Mobile Shopping: Schluss mit dem Einkaufs-Frust
Vor lauter Überstunden mal wieder die ganze Woche nichts eingekauft? Jetzt ist es Freitag Abend, die Geschäfte sind geschlossen und morgen früh wartet der obligatorische Samstags-Einkauf. Und dann ist da noch das Geburtstagsgeschenk für die Freundin, das man schon längst kaufen wollte und die neue Hose, die man unbedingt braucht, weil die alte eingerissen ist. Wäre es nicht unendlich praktisch, wenn man alle diese Einkäufe bequem vom heimischen Sofa aus erledigen könnte?
Das Zauberwort heißt: Mobile Shopping. Mobile Einkaufs-Dienste sind der Königsweg für alle gestressten Handy-Besitzer, vor allem, wenn es um Notwenigkeits-Shopping und nicht um Genuss-Shopping geht. Große Anbieter wie Ebay oder Amazon sowie traditionelle Versandhäuser wie Neckermann oder Otto haben schon Kanäle für mobiles Einkaufen geschaffen. Die Frauenzeitschrift Brigitte aus dem Verlagshaus Gruner & Jahr bietet seit 2007 einen Foto-Bestellservice an: Der Leser fotografiert mit dem Handy ein Objekt aus der Modestrecke und schickt eine MMS als Bestellung an das Magazin. Mobile Shopping ist zwar noch keine Massenanwendung, aber doch auf dem Vormarsch.
Online-Shopping oder mobiles Bezahlen per NFC-Handy
Mobiles Einkaufen kann über verschiedene Wege funktionieren: Erstens über das mobile Internet, wo der Kunde über eine Handy-optimierten Version im Online-Shop eines Anbieters einkauft. Der Käufer hat sich beim Händler registrieren lassen und besitzt ein eigenes Profil. Die Mobilfunk-Technik sowie die Preisstrukturen haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert und so den Weg geebnet für mobile Shopping-Dienste.
Eine zweite Möglichkeit, über das Handy einzukaufen, bietet die „Near Field Communication“-Technologie (NFC). Diese Technik ermöglicht den kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken und kommt in drahtlosen Bezahlsystemen zum Einsatz. Der Kunde kann das Produkt seiner Wahl im Laden per Mobiltelefon bezahlen. Im Gegensatz zum mobilen Online-Shopping ist der Handy-Nutzer hier persönlich im Geschäft anwesend. Sehr beliebt ist diese Form des Mobile Shopping in Japan: Ende 2004 waren dort bereits eine Million NFC-Handys im Umlauf und es gab über 13.000 Geschäfte, in denen man damit einkaufen konnte. In Deutschland gab es in den letzten Jahren einige Feldversuche, derzeit läuft das Pilotprojekt „Touch & Travel“ von Vodafone und der Deutschen Bahn auf einigen Testsstrecken.
Mobile Tagging
Eine dritte Möglichkeit, Einkäufe mit dem Handy zu tätigen, bietet das „Mobile Tagging“ (engl. „tag“ = Etikett). Der Begriff steht für ein System mit elektronischen Schildchen in Form von mehrdimensionalen Barcodes, die vom Mobiltelefon aufgenommen und verarbeitet werden. Auch bei dieser Anwendung haben die Japaner die Nase vorn: Seit 2003 hat sich Mobile Tagging dort erheblich verbreitet.
Die Vorgehensweise ist folgende: Der Handy-Nutzer fotografiert ein Kaufobjekt, das er unterwegs erblickt und das mit einem Barcode versehen ist. Sein Mobiltelefon decodiert und verarbeitet den Inhalt, Sekunden später wird auf dem Display die entsprechende Website, zum Beispiel eine ebay-Auktion angezeigt. Oder er fotografiert das Poster einer Musikband. Nachdem er auf eine Homepage weitergeleitet wurde, kann er dort eine CD oder etwa Tickets für ein Konzert kaufen.
Mobile Tagging erleichtert Surfen und Shoppen mit dem Handy. Dennoch ist es aufgrund der Barcodes und Lese-Programme technisch aufwändig. Die Technologie befindet sich in Europa erst am Anfang und hat sich im Bewusstsein der User bisher noch nicht durchgesetzt.
Autor: FN
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