Mobile Navigation: hilfreich aber nicht ungefährlich
Navigation, eigentlich „Steuermannskunst“ (lat.), ist bei dem heutigen temporeichen und flexiblen Lebensstil unerlässlich geworden. Ob Außendienst-Mitarbeiter, LKW-Fahrer, Handwerker oder Urlauber – jeder, der schon einmal eine Adresse oder die schnellste Route von A nach B gesucht hat, weiß, wie nützlich ein Navigationsgerät sein kann.
Erste mobile Navigationssysteme kamen in den achtziger Jahren auf den Markt. Sie waren batteriebetriebene GPS-Empfänger mit einem Bildschirm und einer Schnittstelle zum Austausch von Daten. Sie wurden im zivilen Bereich hauptsächlich in der Seefahrt und von Wanderern benutzt. Mit der Einführung leistungsstarker, tragbarer Computer begann vor einigen Jahren die Ära der modernen mobilen Navigationsgeräte.
Gutes Kartenmaterial als Grundlage
Mobile Navigation ist eine beliebte Zusatzfunktion bei Kleincomputern wie PDAs oder Smartphones. Inzwischen gibt es auch Geräte, deren Hardware und Betriebssystem auf den reinen Navigationsbetrieb zugeschnitten sind. Diese reinen Navigationsgeräte besitzen keine Organizer- und Multimediafunktionen wie die komplexen Smartphones, ebenso sind Schnittstellen wie USB oder Bluetooth nicht oder nur eingeschränkt vorhanden. Dafür sind die Hardware sowie die Software-Lizenzen für diese Endgeräte günstiger, was sich positiv auf den Ladenpreis auswirkt. Die Bedienung der reinen „Navis“ ist unkompliziert. Inzwischen können mobile Navigationssysteme nicht nur navigieren sondern auch Routen zu vorgegebenen Zielen berechnen.
Navis leben von einer guten Satellitenverbindung und präzisem Kartenmaterial. Derzeit gibt es zwei große internationale Anbieter von Kartensoftware, die US-amerikanische Firma NAVTEQ und das belgisch-niederländische Unternehmen Tele Atlas. Darüber hinaus existieren diverse kleinere Anbieter, die sich auf bestimmte Regionen spezialisiert haben. Meist können diese Daten ebenfalls in die Geräte integriert werden.
Leistung: gut, Ablenkung: hoch
Wie aktuelle Test der „Stiftung Warentest“ und des „ADAC“ ergaben, lotsen die meisten mobilen Navigationsgeräte die Autofahrer sicher ans Ziel. Die Qualität der Systeme ist zudem keine Frage des Preises. Die modernen Navis verfügen über einen großen Bildschirm im 16:9-Format, meistens sind Verkehrsnachrichtendienste schon integriert. Die Zielführung durch Sprache und Grafik bewerteten die Tester durchweg als verständlich und gut. Kostenlose Aktualisierungen des Kartenmaterials bietet nur der Marktführer TomTom an.
Trotz evidenter Vorteile sollte der Verbraucher den neuen Technologien im Fahrzeug dennoch nicht blind vertrauen. Studien belegen, dass die Ablenkung des Fahrers durch Navigationssysteme, Mobiltelefone oder Musikplayer hoch ist. Das Telefonieren mit dem Handy am Steuer ist inzwischen per Gesetz verboten. Die Bedienung des Navis während der Fahrt nicht, obwohl der Fahrer dazu sogar seine Augen von der Straße abwenden muss. Der ADAC rät daher allen Autofahrern, ihr Navigationsgerät immer vor der Fahrt zu programmieren.
Autor: FN
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