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Mobile Music: noch Zukunftsmusik?

Markt der Zukunft oder doch nur Nischenprodukt? Branchenexperten sind sich noch nicht ganz einig, wie die Chancen stehen für mobile Musikdienste. Die Musikindustrie allgemein floriert und das Herunterladen von Songs aus dem Internet auf den MP3-Player ist gerade bei jüngeren Zielgruppen zur Routine geworden. Dagegen hat sich das Handy als Musicbox noch nicht wirklich durchgesetzt.

Alles nur eine Frage der Zeit, meinen Befürworter. Einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Handy-Besitzer ohne großen Aufwand und teure Gebühren Musik über das Mobiltelefon genießen können: Nötig sind zum einen erschwingliche Endgeräte mit geräumigem Speicher, ausreichender Akkuleistung und MP3-Player-Funktion. Blickt man auf die Neuerscheinungen der Handyhersteller, kann man sagen , dass diese technischen Anforderungen so gut wie erfüllt sind. Inzwischen bieten viele Hersteller, beispielsweise Motorola, Nokia oder Sony Ericsson qualitätsvolle Musik-Handys an. Und nicht zu vergessen das Apple iPhone, das im Juni 2007 auf den Markt gekommen ist und die Vorzüge eines Smartphones mit denen eines iPod-Medienspielers vereint.

Musik-taugliche Handys und niedrige Gebühren sind gefragt

Interessanterweise stellt die starke Verbreitung von MP3-Playern kein Hindernis für Mobile Music dar, ganz im Gegenteil. Wie die Marktanalysten von M:Metrics herausfanden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Besitzer von MP3-Playern (und speziell von iPods) mobile Musikdienste in Anspruch nehmen doppelt so hoch wie bei Befragten ohne ein solches Gerät. Musik-Handy und Musik-Player stehen also keineswegs in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen die Bedürfnisse von Musikliebhabern sogar.

Neben den entsprechenden Endgeräten spielt die Mobilfunktechnik eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von mobilen Musikdiensten. Hohe Download-Gebühren beeinträchtigen die Akzeptanz, vor allem in Gebieten, die noch nicht über den schnellen Standard UMTS verfügen. Hier sind die Mobilfunkanbieter gefragt: Entweder sollte der Ausbau von Übertragungsstandards der dritten Generation weiter vorangetrieben werden oder aber die Gebühren verbraucherfreundlicher gestaltet werden.

Klingeltöne haben ausgespielt

Man unterscheidet vier Formen von Klingeltönen: monophone und polyphone, das heißt einstimmige und mehrstimmige Signale; Klingeltöne, die nicht Musik, sondern Geräusche abspielen; sogenannte „Realtones“ oder „Mastertones“. Letztere bestehen aus kurzen Abschnitten eines Originaltitels. Die Vermarktung von Klingeltönen für das Mobiltelefon ist ein eigener Wirtschaftszweig der Musikindustrie geworden. Mit den melodisch bis nervigen Signaltönen konnten die Unternehmen in den letzten zehn Jahren erhebliche Umsätze generieren, allen voran die marktführende Jamba! GmbH mit Sitz in Berlin. Haupt-Zielgruppe für Klingeltöne sind die 14- bis 19-jährigen Handy-Besitzer.

Inzwischen hat sich der Markt für kommerzielle Klingeltöne offenbar erschöpft. Immer weniger Mobilfunk-Kunden kaufen neue Klingeltöne im Abonnement. Laut einer Studie von M:Metrics waren es im Juli 2006 gerade einmal 6,6 Prozent der Deutschen. Zum Vergleich: Im August 2004 waren es noch rund 10 Prozent. Heute gibt es Software-Tools und spezielle Dienste, mit denen der Nutzer eigene Klingeltöne komponieren kann. Anstelle von polyphonen Signaltönen können sich Nutzer heute außerdem ganze Musiktitel auf das Handy laden. Auch die sogenannten Ringback Services, die dem Anrufer bis zum Abheben Musik vorspielen, werden vermehrt genutzt.. Vor allem die Spanier mögen diese Anwendung: im Jahr 2006 kauften 9,7 Prozent der Befragten laut M:Metrics diesen Abo-pflichtigen Dienst. Große Unternehmen wie Jamba! haben längst umgesattelt und ihre Angebotspalette um andere Services erweitert.

Autor: FN

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