Mobile Entertainment lockt junge Nutzer
Spiele, Videos, Musik – unter dem Begriff „Mobile Entertainment“ werden alle Dienste zusammengefasst, die dem Nutzer Spaß und Unterhaltung auf dem Handy bieten. Im Gegensatz zum Online-Bereich sind die Entertainment-Angebote im Mobilfunk meist kostenpflichtig. Dadurch haben sich Geschäftsmodelle entwickelt, die teilweise erhebliche Umsätze erreichen.
Mobile Entertainment wird dem großen Bereich des „Mobile Commerce“, also dem mobilfunkbasierten Handel zugeordnet. Unterhaltungsdienste für das Handy sprechen besonders junge Zielgruppen an. In der Regel besitzt jeder deutsche Jugendliche ein Mobiltelefon, das intensiv genutzt und personalisiert wird: dabei spielen Klingeltöne, Logos, Bilder und Videos eine große Rolle. Die Firma Jamba! etwa hatte einen regelrechten Klingelton-Boom ausgelöst. Auch mobile Musikdienste und Spiele werden von jüngeren Zielgruppen überdurchschnittlich nachgefragt. Die Hamburger Firma Exit Games beispielsweise hat eine Plattform für Handy-Spiele mit mehreren Teilnehmern („Multiplayer Games“) entwickelt: „Neutron 5.0“ wird inzwischen von rund 500 Millionen Spielern in 50 Ländern genutzt.
Zu hohe Preise bremsen Wachstum
Weitere Anwendungen aus dem Unterhaltungssektor sind Wetten (engl. „betting“) und Auktionen sowie die „Location Based Services“ (LBS). Diese standortbezogenen Dienste gehen über die herkömmliche mobile Kommunikation hinaus und betten den Nutzer in eine Gemeinschaft ein. Freunde können dann nicht nur kontaktiert sondern auch geografisch geortet werden. Man kann sich verabreden, miteinander Chatten oder sich die letzten Schnappschüsse aus der Bar um die Ecke schicken. In den letzten Jahren sind verschiedene LBS-Plattformen entstanden, beispielsweise die deutsche Qiro-Community oder die holländische GyPSii. Die standortbezogenen Dienste haben in der Regel einen starken Entertainment-Bezug, sie sind kostenlos und können aus dem Internet auf das Handy heruntergeladen werden.
Trotz des offensichtlichen Interesses der Nutzer ist der Markt für Mobile Entertainment bisher noch nicht so richtig in Schwung gekommen. Schuld daran ist nach Meinung von Branchenexperten in erster Linie die Preisgestaltung der Mobilfunkanbieter. Die wenig kundenfreundliche Abrechnungspraxis der Anbieter schreckt viele potentielle Nutzer ab, etwa wenn Dienste nur im Rahmen von Abonnements gebucht werden können. Der Klingelton-Boom der letzten Jahre hat sich erheblich abgeschwächt, nun sind neue Anwendungen und vor allem neue Preismodelle in der mobilen Unterhaltungsbranche gefragt.
Autor: FN
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